Deutschland unterstützt WHO

13.12.2016

069.12.2016: Botschafter Dr. Ulrich Seidenberger und Exekutivdirektor Dr. Peter Salama unterzeichnen den Zuwendungsvertrag Bild vergrößern 069.12.2016: Botschafter Dr. Ulrich Seidenberger und Exekutivdirektor Dr. Peter Salama unterzeichnen den Zuwendungsvertrag (© WHO Boelt)

Kiew, 9. Dezember 2016. Xenia, 44, lebt in Luhansk und leidet an Diabetes: "Ich muss regelmäßig meinen Blutzuckerspiegel messen, eine bestimmte Diät einhalten und täglich Insulin spritzen. Ich sollte Medikamente nehmen, aber ich kann sie mir nicht leisten", sagt sie. "Mein Gehalt reicht gerade mal für Lebensmittel, Miete und Nebenkosten."

Dank humanitärer Versorgung, die kürzlich bereitgestellt wurde, kann Xenia jetzt kostenlos Insulin von lokalen Kliniken erhalten. Vor ein paar Monaten war dies noch nicht möglich: Medikamente und Tests waren nicht verfügbar in diesem Teil der Ostukraine, den die ukrainische Regierung nicht kontrolliert. Für die nächsten Monate hat Xenia nun Gewissheit, dass ihre lebensrettenden Medikamente verfügbar sind.

Die langwierige humanitäre Krise entlang der Kontaktlinie dauert weiterhin an, sowohl im Osten, wie auch anderorts in der Ukraine.  Jetzt, wo der Winter anbricht und noch immer keine politische Lösung in Sicht ist, brauchen geschätzt 2,3 Mio. Menschen dringend Gesundheitsleistungen.

WHO hilft Bild vergrößern WHO hilft (© WHO Shuvayev)

Seit Beginn des Konflikts in 2014 hat die WHO eine Führungsrolle bei der Koordination und Unterstützung von Partnern übernommen, um die Menschen zu erreichen, die vom Konflikt am meisten betroffen und gefährdet sind: Vor allem die 1,8 Mio. Binnenvertriebene, die an der Kontaktlinie und in den nicht von der Regierung kontrollierten Regionen Donetsk und Luhansk leben. Ihr Zugang zu angemessener Gesundheitsversorgung ist begrenzt und stark abhängig von humanitärer Hilfe.

"Die wichtigsten humanitären Bedürfnisse in der Ukraine sind Zugang zu Lebensrettung und Medikamenten", sagt Dr. Marthe Everard, WHO-Vertreter für die Ukraine. "Wir sind auf die Zusammenarbeit mit wichtigen Gebern angewiesen, um die benötigten Leistungen und Unterstützung bereitzustellen."

WHO Einsatz Bild vergrößern WHO Einsatz (© WHO Tadevosyan) Deutschland erhöht Hilfe für Ukraine

Das Auswärtige Amt stellt nun der WHO 2,5 Mio. Euro zur Verfügung, um Lücken in der medizinischen Grundversorgung und Notfallmedizin zu füllen, vor allem für Menschen, die von der Krise am stärksten betroffen sind.

"Dies ist ein entscheidender Beitrag Deutschlands um dem ukrainischen Volk zu helfen", so Botschafter Dr. Ulrich Seidenberger von der Ständigen Vertretung Deutschlands in Genf. "Wir arbeiten mit der WHO zusammen, für die gefährdeten Menschen in der Ostukraine."

Zudem unterstützt Deutschland weiterhin die Vereinten Nationen und Nichtregierungsorganisationen dabei, ausreichend Nahrungsmittel und Winterkleidung für bedürftige Menschen in der Ostukraine zur Verfügung zu stellen. 

WHO hilft Bild vergrößern WHO hilft (© WHO Tadevosyan)

Seit Beginn des Konflikts wurden bereits Mittel in Höhe von über 50 Mio. Euro für diese Zwecke bereitgestellt. "Die WHO freut sich über die fortlaufende Unterstützung Deutschlands in der Ukraine", sagt Dr. Marthe Everard. "Diese Mittel erlauben es uns, weiterhin mit unseren Partnern zusammenzuarbeiten um medizinische Grundversorgung in der Ukraine zu gewährleisten; gerade dort, wo sie am meisten gebraucht wird."

© StV-G.Sch