140. Exekutivrat der Weltgesundheitsorganisation

18.01.2017

23.01.2017: Botschafter Dr. Ulrich Seidenberger und Dr Margaret Chan, Direktorin der WHO beim Empfang zum 140. Exekutivrat Bild vergrößern 23.01.2017: Botschafter Dr. Ulrich Seidenberger und Dr Margaret Chan, Direktorin der WHO beim Empfang zum 140. Exekutivrat (© StV-MD) Vom 23. Januar bis 1. Februar 2017 tagt der 140. Exekutivrat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Von 194 WHO-Mitgliedsstaaten sind 34 im Exekutivrat vertreten, Deutschland ist derzeit kein Mitglied. Der Exekutivrat bereitet bei dieser Tagung die wesentlichen Entscheidungen für die 70. Weltgesundheitsversammlung im Mai 2017 vor.

Die Agenda des 140. Exekutivrats ist sehr umfangreich. Viele Themen und Entscheidungen stehen in engem Zusammenhang mit den Zielen und der Umsetzung der 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung. Die nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs), insbesondere SDG 3 zu Gesundheit, unterstreichen die globale Bedeutung von Gesundheit als strategisches Einzel- und Querschnittsthema.

Die erfolgreiche Umsetzung der 2030 Agenda im Bereich Gesundheit setzt die enge sektor- und organisationsübergreifende Zusammenarbeit  - Stichwort "One Health" - voraus. Zahlreiche Probleme, die im Bereich globale Gesundheit diskutiert werden, stehen in einem engen wechselseitigen Äbhängigkeitsverhältnis mit Entwicklungen in den Bereichen Gleichberechtigung, Bildung, Wirtschaft, Umwelt und Klima. 

Der Exekutivrat beschäftigt sich auch mit Antibiotika-Resistenzen, hierzu hat die WHO 2015 einen globalen Aktionsplan verabschiedet. Eine weitere sektorübergreifende Herausforderung ist der Zusammenhang zwischen Gesundheitsfachkräften und wirtschaftlicher Entwicklung. Der Gesundheitssektor schafft viele Arbeitsplätze, nicht nur im Gesundheitswesen, sondern auch in vor- und nachgelagerten Arbeitsmärkten. Der Exekutivrat wird die weitreichenden Empfehlungen einer hochrangigen Kommission zu diesen Themen diskutieren.

Commission on Health Employment and Economic Growth

Alle Arbeitsbereiche der WHO sind dabei, ihre Aktivitäten auf die 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung auszurichten. Auch der Vorschlag für den Programmhaushalt 2018/2019, der von der Weltgesundheitsversammlung im Mai verabschiedet werden soll, spiegelt diese Bezüge wider.

Weitere Tagesordnungspunkte sind Schritte zur besseren Implementierung der Internationalen Gesundheitsvorschriften, ein Globaler Aktionsplan zur Demenz, die Gesundheit von Migranten und Flüchtlingen sowie diverse administrative Themen im Zusammenhang mit der Reform der WHO.

Zudem haben die Mitglieder des Exekutivrats die Aufgabe, eine Vorauswahl der Kandidaten für den Posten des WHO Generaldirektors zu treffen. Von den derzeitigen zwei Kandidatinnen und vier Kandidaten wird der Exekutivrat drei auswählen, die dann der Weltgesundheitsversammlung im Mai 2017 zur Wahl vorgeschlagen werden. Dazu werden die Kandidaten von den Exekutivratsmitgliedern befragt. Die Amtszeit der derzeitigen Generaldirektorin Margeret Chan läuft noch bis Ende Juni 2017.

Einige Themen des WHO Exekutivrats werden auch im Rahmen der deutschen G20 Präsidentschaft im Themenfeld Gesundheit eine prominente Rolle spielen. Der inhaltliche Fokus der G20 wird sich dabei auf die Stärkung von Gesundheitssystemen und Bedrohungen durch übertragbare Erkrankungen und antimikrobielle Resistenzen richten. Funktionierende Gesundheitssysteme sind eine grundlegende Voraussetzung, um die Gefahr von Krankheitsausbrüchen mit Pandemiepotenzial einzudämmen. Im Rahmen eines G20 Gesundheitsministertreffens sollen mögliche Lücken eines effizienten Gesundheitskrisenmanagements identifiziert werden. Die Bundesregierung arbeitet dabei sehr eng mit der WHO zusammen.

Weiterführende Informationen:

Agenda des 140. Exekutivrats der WHO:

Wahl des WHO Generaldirektors:

Informationen zur G-20 Präsidentschaft: 

Zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung:

© StV-G.Sch

23.01.2017

23.01.2017: Botschafter Dr. Ulrich Seidenberger und Dr Margaret Chan, Direktorin der WHO beim Empfang zum 140. Exekutivrat

Rede Botschafter Dr. Ulrich Seidenberger beim Empfang zum 140. Exekutivrat der WHO in Genf.