60 Jahre Römische Verträge - Erfolgsprojekt Europa

27.03.2017

Unterzeichnung Roemische Vertraege 1957 in Rom Bild vergrößern Bundeskanzler Konrad Adenauer (l.) und Staatsskretär Walter Hallstein setzen ihre Unterschriften unter die Römischen Verträge (© picture-alliance / dpa/dpaweb)

Am 25. März feiert ganz Europa das 60-jährige Jubiläum der Unterzeichnung der Verträge zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft, der "Römischen Verträge". Mit diesem Akt legten die Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Belgiens, der Niederlande und Luxemburg im März 1957 in Rom einen Grundstein für ein Projekt, welches sich zusammen mit der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl über sechs Jahrzehnte zum größten Freiheits-, Friedens- und Wohlstandsprojekt der Welt weiterentwickeln sollte: der Europäischen Union.

Europäische Union bedeutet Frieden

Die Feierlichkeiten sind ein Anlass, auf dieses grandiose Projekt zu schauen und uns zu vergegenwärtigen, was es eigentlich heißt, Bürger der Europäischen Union zu sein.

Als erstes und als wichtigstes heißt es für uns: Frieden. Noch nie gab es so lange Frieden in Europa, mittlerweile 70 Jahre. Ermöglicht hat uns dies der Entschluss der europäischen Staaten, nach zwei vernichtenden Weltkriegen Gemeinsamkeiten zu suchen, Krieg in Europa auf Dauer zu verhindern und zu einer friedlichen Form der Zusammenarbeit zu kommen. Meinungsverschiedenheiten werden nicht mehr auf Schlachtfeldern ausgetragen, sondern in einem institutionellen Rahmen.

Dafür haben die Gründungsmitglieder einen Teil ihrer Souveränität übertragen. "Nirgendwo auf der Welt lebt es sich so frei und demokratisch wie in Europa", formulierte es entsprechend auch Außenminister Gabriel kürzlich bei einer Bürgerwerkstatt zu Europa im Auswärtigen Amt. Die europäische Zusammenarbeit sei das größte Zivilisationsprojekt des 20. Jahrhundert, mit ihrer Hilfe seien Feindschaften und Konflikte in Europa überwunden worden. "Es lohnt sich, sich darum zu kümmern."


Die EU ist ein attraktiver Handelspartner

Auch als Wirtschaftsraum feiert die EU große Erfolge. Der gemeinsame Markt der EU ist der größte Binnenmarkt der Welt. Im Verbund sind die Mitgliedstaaten der EU in globaler Perspektive ein wichtiger wirtschaftlicher Akteur und können die Globalisierung gestalten. Der Binnenmarkt ist mit seinen 500 Millionen Menschen ein attraktiver Handelspartner. "Unsere Kinder und Enkel werden in der Welt nur gehört, wenn Europa mit einer Stimme spricht", betonte Gabriel.

Der gemeinsame Markt der EU ist ein zentrales Instrument, um den Bürgern Europas Beschäftigung und Wohlstand zu sichern. Dabei geht es auch um Gleichberechtigung und den Schutz des Einzelnen: Arbeitnehmer sind umfassend vor Diskriminierung bei Bewerbungen und am Arbeitsplatz geschützt. Werdende Mütter genießen besonderen Schutz und Firmen dürfen keine Kartelle bilden, um die Preise zu diktieren. All das ist dank der EU garantiert.

Die EU ist eine Erfolgsgeschichte. Aus diesem Grund wollen wir den Weg der gemeinsamen Kooperation und Lösungsfindung weitergehen. In Rom werden zum Jubiläum die 27 Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten und die EU-Institutionen zusammenkommen, um ihr Bekenntnis zum gemeinsamen europäischen Weg zu bekräftigen. Dabei wollen sie die Errungenschaften der europäischen Integration würdigen und eine Perspektive für die kommenden Jahre formulieren. Bereits zu Beginn des Monats legte die Europäische Kommission ihr Weißbuch zur Zukunft Europas vor, indem sie sich mit ihren größten Herausforderungen und Chancen auseinandersetzt und fünf Szenarien für die Entwicklung der EU in den kommenden zehn Jahren skizziert. Zum Jubiläum veröffentlichte die Europäische Kommission ebenfalls 60 Gründe für die EU.


Zum Weiterlesen


"Für ein stärkeres Europa kämpfen". Von Außenminister Sigmar Gabriel

Stand 24.03.2017

© Auswärtiges Amt