ECOSOC-Präsident besucht ILO und diskutiert die Umsetzung der Agenda 2030

27.03.2017

20.03.2017: Ilo Verwaltungsrat: v. l.n.r. Botschafter Shava aus Simbabwe, ECOSOC-Präsident, Guy Ryder, ILO-Generaldirektor, Botschafter Ulrich Seidenberger, Vorsitzender des Verwaltungsrates  Bild vergrößern 20.03.2017: Ilo Verwaltungsrat: v. l.n.r. Botschafter Shava aus Simbabwe, ECOSOC-Präsident, Guy Ryder, ILO-Generaldirektor, Botschafter Ulrich Seidenberger, Vorsitzender des Verwaltungsrates (© StV)

Am 20. März empfing der Verwaltungsrat der Internationalen Arbeitsorganisation den Präsidenten des Wirtschafts- und Sozialrats der Vereinten Nationen (ECOSOC), Botschafter Shava aus Simbabwe. Der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Botschafter Seidenberger, hieß den Gast herzlich willkommen und führte in das Thema menschenwürdige Arbeit für nachhaltige Entwicklung im Rahmen der High-Level-Section Diskussion über die soziale Dimension der Globalisierung ein.

Shava ging in seiner Auftaktrede auf die zentrale Rolle der ILO für die Umsetzung der 2030 Agenda ein. ECOSOC koordiniert das sogenannte High-Level Political Forum (HLPF) der VN in New York. Ihm kommt die zentrale Aufgabe zu, die Umsetzung der 17 Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (SDGs) in den VN-Mitgliedstaaten zu begleiten und zu beaufsichtigen. Im Juli jeden Jahres werden dort Fortschrittsberichte aus den Mitgliedstaaten ausgewertet. Dieses Jahr steht die Überprüfung unter dem Oberthema „Eradicating poverty and promoting prosperity in a changing world“ an.

Besonders wichtig für die ILO sei Ziel Nr. 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum. Doch auch im für die im Juli vom HLPF zu behandelnden Ziele Armut, Hunger, Gesundheit, Gender, Industrialisierung und Ozeane komme der ILO maßgebliche Bedeutung im Rahmen der Umsetzung zu.

Botschafter Shava betonte weiter, dass alle VN-Organisationen gemeinsam im Rahmen ihrer Mandate an der Erreichung der Entwicklungsziele arbeiten müssen und dass dafür kohärente und integrierte Ansätze notwendig seien. Die ILO trage besondere Verantwortung für die Beachtung und weitere Durchsetzung der fundamentalen Rechte und Prinzipien bei der Arbeit. Sie habe aufgrund ihrer dreigliedrigen Struktur das Potential und kraft ihres Mandats den Auftrag, hierbei eine Schlüsselrolle zu spielen. Diese Auffassung wurde auch vom Generaldirektor Guy Ryder nachdrücklich unterstützt. Die in der ILO engagierten Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Regierungen sollten partnerschaftliche Gestaltungskonzepte für die Zukunft der Arbeit erarbeiten. Diese müssten mit allen betroffenen Akteuren ausgehandelt werden. Bis 2030 blieben nur noch 13 Jahre, so Ryder. Deshalb müsse jetzt gehandelt werden. Es gebe keine Zeit zu verlieren.

Die anschließende Diskussion verdeutlichte die Bedeutung von wirtschaftlichem Wachstum, Beschäftigungsförderung und der Beseitigung von Ungleichheiten in der Wohlstandsverteilung bei der Bekämpfung der Armut. Die ILO habe mit ihrer einzigartigen tripartiten Struktur ein klares Mandat. Dieses erfülle sie durch die Formulierung und Implementierung von internationalen Arbeits- und Sozialstandards, sowie durch Politikberatung und technische Hilfe. Ihre Agenda für menschenwürdige Arbeit stehe so im Zentrum der nachhaltigen Entwicklungsziele.

Botschafter Seidenberger wird in seiner Funktion als Vorsitzender des Verwaltungsrates eine Zusammenfassung der Debatte erstellen, die gemeinsam mit einem Bericht des ILO-Sekretariats dem HLPF im Juli vorgelegt wird. So wird der wichtige Beitrag der ILO zur Umsetzung der Agenda 2030 Eingang in die Diskussion des HLPF zu den SDGs finden.

© StV-G.Sch