Jemen-Geberkonferenz am 25.04.17 in Genf

25.04.2017

Yemen Bild vergrößern (© StV-EA)

Auf Einladung der VN, der Schweiz und Schweden findet am 25.04.17 in Genf eine Geberkonferenz zu Jemen statt. Ziel dieser Konferenz ist es, die internationale humanitäre Hilfe zu verstärken und Aufmerksamkeit auf die dramatische Lage im Jemen zu lenken. Zu Beginn sagte die Vertreterin Deutschlands bei der Konferenz, die Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, Bärbel Kofler:

"Angesichts der drohenden Hungersnot im Jemen und der sich seit Beginn des Krieges vor zwei Jahren ohnehin schon rapide verschlechternden humanitären Lage findet diese Geberkonferenz zum richtigen Zeitpunkt statt!“

In dem Land herrscht aktuell eine der größten humanitären Krisen weltweit. Seit Beginn des Krieges im März 2015 wurden knapp 2 Mio. Jemeniten vertrieben und leben unter prekären Bedingungen in Sammelunterkünften.  18,8 Mio. Menschen – davon 9,6 Mio. Kinder – sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Zusätzlich droht dem Land – vor Allem im Westteil – eine Hungersnot. Schon heute sind 460.000 Kinder akut mangelernährt, 17 Mio. Jemeniten sind von Nahrungsunsicherheit betroffen. 4,5 Mio. Menschen benötigen dringend Hilfe zur Vorbeugung oder Behandlung akuter Mangelernährung (Anstieg um 150% seit Ende 2014). Weil Nahrungsmittel und Medikamente kaum verfügbar oder extrem teuer sind, steigen die alarmierenden Raten der Mangelernährung weiter.

Mädchen wartet auf Wasserausgabe Bild vergrößern (© IRIN)

Auch wenn humanitäre Hilfe kein Substitut ist für eine politische Lösung des Bürgerkriegs, ist die Bundesregierung davon überzeugt, dass größeres menschliches Leid durch schnelles humanitäres Eingreifen verhindert werden kann. Trotz bürokratischer und administrativer Hindernisse und die extrem schwierige Sicherheitslage ist aktuell humanitärer Zugang zu 80 Prozent der Bedürftigen vorhanden. Der humanitäre Hilfeaufruf der Vereinten Nationen für Jemen ist jedoch bislang nur zu 15 Prozent finanziert.

Im Rahmen der Geberkonferenz kündigte Bärbel Kofler an, Deutschland werde sich mit einem substantiellen Beitrag an der dringend benötigten humanitären Hilfe sowie ‎mit Mitteln für eine kontinuierliche Entwicklungszusammenarbeit im Jemen beteiligen. Für 2017 werden für humanitäre Hilfe in Jemen 50 Mio. EUR angekündigt sowie 55 Mio. EUR für Entwicklungszusammenarbeit. Strategische Schwerpunkte der deutschen humanitären Hilfe in Jemen sind Ernährung, Gesundheitsversorgung, Wasser-, Sanitäre Versorgung und Hygiene, sowie Schutzmaßnahmen. Die Projektförderung verfolgt den „Whole-of-Yemen“-Ansatz und bezieht sich dabei vorrangig auf Regionen mit hohem Anteil von Binnenvertriebenen sowie auf angrenzende Länder, die Flüchtlinge aus Jemen aufgenommen haben.

         

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