Vertreibung im Kontext des Klimawandels

05.09.2017

Das größtenteils auf Meereshöhe gelegene Bangladesch ist von de Folgen des Klimawandels besonders betroffen Bild vergrößern Das größtenteils auf Meereshöhe gelegene Bangladesch ist von de Folgen des Klimawandels besonders betroffen (© PDD)

Überschwemmungen, Wirbelstürme oder Erdrutsche – Naturkatastrophen gefährden heute schon Millionen von Menschen. Durch den Klimawandel nimmt die Häufigkeit und Intensität von Extremwetterereignissen weiter zu. Vor allem in ärmeren Ländern fliehen viele Menschen vor steigendem Wasser oder wiederkehrenden Dürren. Deutschland organisierte daher ein Expertentreffen zum Thema "Vertreibung in Folge von Klimawandel und Naturkatastrophen".

Hurrikan Matthew traf 2016 Haiti und zerstörte tausende von Häusern und Unterkünften Bild vergrößern Hurrikan Matthew traf 2016 Haiti und zerstörte tausende von Häusern und Unterkünften (© Logan Abassi UN/MINUSTAH ) Humanitäre Herausforderung

Hurrikan Matthew traf 2016 Haiti und zerstörte tausende von Häusern und Unterkünften

Vertreibung im Kontext des Klimawandels gehört zu den wichtigsten humanitären Herausforderungen im 21. Jahrhundert. Die Anzahl der Naturkatastrophen ist in den letzten 20 Jahren von rund 200 auf 400 jährlich gestiegen und nimmt weiter zu.

In weniger entwickelten und stabilen Ländern ist die Bevölkerung besonders von Überflutungen oder Dürren betroffen, die häufig existenzbedrohend sind. Millionen von Menschen weltweit fliehen vor Naturkatastrophen und den Auswirkungen des Klimawandels.


Fachtagung in Berlin

Im Rahmen der Migration & Development Series haben am 31. August 2017 in Berlin Fachleute zu den humanitären Konsequenzen des Klimawandels getagt. Atle Solberg von der Platform on Disaster Displacement betonte dabei:

"Vertreibung aufgrund von Katastrophen oder infolge des Klimawandels ist bereits Realität. Die Zahl an Vertriebenen über internationale Grenzen hinweg dürfte in der Zukunft noch weiter ansteigen. Potenziell jeder Staat könnte mit grenzüberschreitender Vertreibung aufgrund von Katastrophen konfrontiert werden, sei es als Ziel-, Transit- oder Herkunftsland. Wir müssen uns auf solche Vertreibungssituationen besser vorbereiten und unsere Bemühungen verstärken".


Der steigende Meeresspiegel bedroht Siedlungen und Anbauflächen Bild vergrößern Der steigende Meeresspiegel bedroht Siedlungen und Anbauflächen (© PDD) Vorsitz der Platform on Disaster Displacement

Deutschland engagiert sich auf internationaler Ebene seit langem für verbesserte Katastrophenvorsorge, um die Menschen vor Ort besser auf drohende Schadensereignisse vorzubereiten.

2016 hat Deutschland deshalb den Vorsitz der Platform on Disaster Displacement (PDD) übernommen. Das Auswärtige Amt setzt sich im Rahmen des Vorsitzes intensiv dafür ein, den Schutz der von Naturkatastrophen und Klimawandel Betroffenen zu verbessern.


Deutsches Katastrophenschutzprojekt


So unterstützt das Auswärtige Amt beispielsweise ein beim Wettbewerb „Land der Ideen 2017“ ausgezeichnetes  Externer Link, öffnet in neuem FensterPilotprojekt des Deutschen Roten Kreuzes in Peru, das aufgrund detaillierter Wettervorhersagen Kältewellen und anderen Naturereignissen in den peruanischen Anden besser vorbeugen und die betroffenen Menschen noch vor dem Eintritt der Notsituation mit humanitärer Hilfe versorgen kann.


Zum Weiterlesen:

Humanitäre Katastrophenvorsorge

Klimawandel

Flucht und Migration

Platform on Disaster Displacement

IOM Global Migration Data Analysis Center

Stand 01.09.2017

© Auswärtiges Amt