Die ganze Welt versammelt in New York

19.09.2017

Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York Bild vergrößern Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York (© picture alliance/dpa )

New York: die Stadt, die niemals schläft – zumindest in dieser Woche ist davon auszugehen. Denn ab morgen (19.09.) treffen sich dort zahlreiche der 193 Staats- und Regierungschefs und Außenminister zur 72. Generalversammlung der Vereinten Nationen (VN), um über aktuelle Krisen der Welt zu beraten. Die Bundesrepublik wird durch Außenminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel vertreten.

Die „Ministerwoche“ – oder offiziell die Generaldebatte zu Beginn neuer Generalversammlungen – ist der größte politische Marktplatz der Welt. Häufig ist es auch einzige Gelegenheit, Vertreter kleinerer Staaten zu treffen.

Krisen, Kriege, Konflikte – und außerdem noch?

Neben aktuellen Konflikten wie dem Atomstreit mit Nordkorea, dem nach wie vor ungelösten Konflikt in der Ostukraine, dem Krieg in Syrien und der Krise um die Gewalt gegen die muslimische Minderheit der Rohingya in Myanmar liegt der Fokus der diesjährigen VN-Woche vor allem auf längerfristigen gemeinsamen Herausforderungen, wie die Umsetzung der Agenda 2030 und der Klimapolitik. Am Donnerstag (21.09.) wird Außenminister Gabriel vor der Generalversammlung die Grundsatzrede zur Außen- und Friedenspolitik Deutschlands im Rahmen der Vereinten Nationen halten.


VN Sicherheitsrat (Archiv) Bild vergrößern VN Sicherheitsrat (Archiv) (© dpa/pa) Neue Gesichter, neue Ideen

Zum ersten Mal seit ihrer Wahl werden US-Präsident Donald Trump und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vor die Generalversammlung treten. Zugleich ist es die erste Generaldebatte für den seit Januar amtierenden VN-Generalsekretär Antonio Guterres, der die Vereinten Nationen mit einer umfassenden Reformagenda fit für die Herausforderungen der Zukunft machen will. Er hat dafür Prioritäten definiert, die Deutschland unterstützt: neben der kohärenten Umsetzung der Agenda 2030 will er Konfliktprävention stärken und die Vereinten Nationen neu aufstellen.

Den diesjährigen Vorsitz hat der slowakische Außenminister Miroslav Lajčák als Präsident der 72. Generalversammlung, der mit dem Motto „Menschen in den Mittelpunkt stellen“ am 12.9. den offiziellen Startschuss für das neue Sitzungsjahr gab.


Von wegen „Side-Events“: Die Treffen rund um die Generaldebatte

Logo der deutschen Sicherheitsratskandidatur Bild vergrößern Logo der deutschen Sicherheitsratskandidatur (© Auswärtiges Amt) Auch in diesem Jahr wird es wieder etliche Veranstaltungen zur ganzen Bandbreite der Weltpolitik und zu den wichtigsten globalen Themen wie Migration, Klima und Entwicklung, Terrorismus und Abrüstung geben. Der deutsche Außenminister wird außerdem in bilateralen Gesprächen mit zahlreichen Amtskollegen, z.B. aus China und Russland, aktuelle Konflikte – von Ukraine über Nordkorea, von Abrüstung zur Entnuklearisierung – thematisieren.

Für Deutschland steht die 72. Generalsversammlung außerdem im Zeichen der Kandidatur um einen nichtständigen Sitz im VN-Sicherheitsrat 2019/2020.

Zum Weiterlesen:

Deutschland in den Vereinten Nationen

In Friedensmission: Deutschland als Partner im UN-Peacekeeping

Deutsche Kandidatur für den Sicherheitsrat 2019/20

Stand 18.09.2017

© Auswärtiges Amt