13. Oktober - Internationaler Tag für Katastrophenvorsorge

16.10.2017

Flutkatastrophe in Südasien 2004 Bild vergrößern (© picture alliance / dpa) 13.10.2017 | Bonn – Naturkatastrophen verursachen jährlich wirtschaftliche Schäden in Höhe von durchschnittlich 300 Milliarden US-Dollar. Jedes Jahr rutschen 26 Millionen Menschen durch Wetterextreme in absolute Armut ab. Mühsam erzielte Entwicklungserfolge werden durch Katastrophen wie Erdbeben, Wirbelstürme oder Überschwemmungen zerstört.


Der diesjährige Internationale Tag für Katastrophenvorsorge der Vereinten Nationen unter dem Motto "Home Safe Home" erinnert an die Notwendigkeit, entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Um das Zuhause von Menschen weltweit zu schützen, engagiert sich das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für ein umfassendes Katastrophenrisikomanagement. Damit trägt das BMZ dazu bei, dass weltweit weniger Menschen und Güter Naturgefahren ausgesetzt sind. Seit Verabschiedung eines internationalen Rahmenwerks für Katastrophenrisikomanagement 2015 im japanischen Sendai hat Deutschland bereits verschiedene entwicklungspolitische Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die negativen Folgen von Naturkatastrophen weltweit durch Vorsorgemaßnahmen wie Aufklärung, Frühwarnung und finanzielle Hilfsprogramme im Krisenfall zu verringern.

Ein Beispiel sind die starken Erdbeben in Nepal 2015, nach denen das BMZ ein risikoreduzierendes Wiederaufbau-Programm initiiert hat. Dadurch konnten bereits 37 Gesundheitsstationen für circa 50.000 Menschen in entlegenen Gebieten wiederhergestellt und errichtet und vier von insgesamt 14 Schulen übergeben werden. Das Vorhaben beschränkt sich jedoch nicht nur auf Baumaßnahmen. Durch die Etablierung und Unterstützung von gemeindebasierten Katastrophenrisikomanagement-Komitees trägt es zur nachhaltigen Prävention und Vorsorge auf den Katastrophenfall bei. Diverse Trainings unterstützen diesen Prozess. So wuden nun circa 2.000 Erdbebenopfer, davon circa 40 Prozent Frauen, zum Thema "erdbebensichere Bautechniken" geschult. Darüber hinaus trägt das BMZ dazu bei, die Bereiche Humanitäre Hilfe, Wiederaufbau und Entwicklung besser zu verknüpfen.

Ingrid-Gabriela Hoven, BMZ-Abteilungsleiterin für Globale Zukunftsaufgaben erläutert: "Unser Ziel ist ein globales Katastrophenrisikomanagement. Denn ob ein Extremereignis zu einer Katastrophe wird, hängt auch von der Anfälligkeit der Gesellschaften ab, die davon betroffen sind. Deshalb unterstützen wir unsere Partnerländer, gegenüber Naturkatastrophen widerstandsfähiger zu werden. Darüber hinaus müssen intelligente Mechanismen zur Absicherung wie Versicherungen, Risikopools und andere Instrumente verstärkt zum Einsatz kommen, um Risiken zumindest abzufedern."

Vorsorge ist wichtig, denn sie rettet nicht nur Menschenleben, sondern ist auch wirtschaftlich sinnvoll: So ist es wesentlich günstiger, in Vorsorgemaßnahmen zu investieren, als in den Wiederaufbau nach einer Katastrophe. Innovative Finanzierungsinstrumente wie Versicherungen helfen im Schadensfall schnell und kosteneffizient.

Mit der InsuResilience-Initiative für Klimarisikoversicherungen, die 2015 von der Bundesregierung initiiert wurde, ist Deutschland ein wichtiger Schritt in der Umsetzung des Sendai-Abkommens gelungen. Klimarisikoversicherungen helfen Menschen am Existenzminimum im Katastrophenfall schnell wieder auf die Beine und schützen sie vor dem Fall in die extreme Armut. Mehr als 190 Millionen Euro hat das Entwicklungsministerium bereits für den Ausbau von Versicherungen für arme und vulnerable Menschen in Entwicklungsländern zur Verfügung gestellt. Das BMZ kooperiert mit Entwicklungsländern und Partnerorganisationen wie der Weltbank, der Vulnerable Twenty Group (V20), dem Welternährungsprogramm (WFP), der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) und dem Insurance Development Forum (IDF).

Der UN-Klimagipfel (COP23) im November soll zudem den Startschuss für neue globale Kooperationen geben. So soll eine Globale Partnerschaft, begrüßt durch die G20-Staaten, für Klima- und Katastrophenrisikofinanzierung helfen, das Potenzial von Klimarisikoversicherungen voll auszuschöpfen und die Absicherungslücke für besonders gefährdete Staaten zu schließen.

Kurzlink zu dieser Meldung

© BMZ