Schaltsekunden, Satelliten und Frequenzen

24.01.2012
Erdaufnahme / Klima Bild vergrößern (© picture-alliance/ dpa)

Die ITU (Internationale Fernmeldeunion) ist derzeit nicht nur mit internationalen, sondern sogar "globalen" Themen befasst. Im Rahmen der Weltradioversammlung vom 16.-20. Januar 2012 haben die Delegierten unter anderem beraten, ob es weiterhin eine "Schaltsekunde" geben soll, um den minimalen Unterschied zwischen der Dauer der astronomischen Zeit (Erdumlauf um die Sonne) und der koordinierten Weltzeit (basierend auf der Schwingung eines Cäsiumatoms) auszugleichen. Nach ausführlicher Diskussion wurde die Entscheidung auf die nächste Sitzung 2015 vertagt. Bis dahin sollen Experten die möglichen Konsequenzen eines Wegfalls der Schaltsekunde sowie den möglichen technischen Störfaktor der Schaltsekunde bei der Umstellung der Atomuhren untersuchen.

Im Anschluss an die Weltradioversammlung begann am 23.1.2012 die vierwöchige Weltradiokonferenz. Die Konferenz funktioniert ähnlich einem multilateralen Vertrag. Die Delegierten verhandeln über die Zuweisung von Radiofrequenzen für alle Arten von Radiokommunikation, inklusive Satellitenfrequenzen, und über die Zuweisung von Satellitenumlaufbahnen. Zum Abschluss der Konferenz werden die über 150 Delegationsleiterinnen und -leiter am 17.3.2012 eine verbindliche Abschlusserklärung unterzeichnen, die für die nächsten vier Jahre die Verteilung von Frequenzen und Orbits regelt, um Überschneidungen und Störungen der Radiokommunikation zu vermeiden. Die Weltradiokonferenz ist eine der größten Konferenzen in Genf, es werden über 3000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet.

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